Market Access Klima 2019: Stabilisierung der Lage des Market Access auf positivem Niveau

Die DFGMA versteht sich unter anderem auch als Fachgesellschaft, die den Market Access (MA) im Gesundheitswesen in Deutschland beobachtet und begleitet. Um auszuwerten, wie die Lage des MA zu einem bestimmten Zeitpunkt bewertet und welche Entwicklung des MA erwartet wird, wurde ein kurzer Online-Fragebogen entwickelt, in dem in kompakter Form nach der Einschätzung der Lage und den Erwartungen an die Entwicklung des MA gefragt wird.

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Umfrageergebnisse 2019 zur Beurteilung der Lage des MA und zu den Erwartungen der Entwicklung des MA (jeweils mit den Werten vom 4. Quartal 2018 zum Vergleich):

Nach einem deutlichen Aufwärtstrend für 2017 und 2018 zeigen die Umfrageergebnisse für die Lage des Market Access im Jahr 2019  eine Stabilisierung auf relativ hohem Niveau: 76% der Teilnehmer sehen für die Lage des Market Access mindestens einen positiven Trend und immerhin 41 % der Teilnehmer beurteilt die Lage mit gut.  Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass kein Teilnehmer die Lage des MA mit schlecht beurteilt hat.

Ebenso wie die Lage halten sich auch die Erwartungen bezüglich der Entwicklung des Market Access im Jahr 2019 auf einem positiven Niveau. Dabei beurteilen die Teilnehmer wie in allen bisherigen Umfragen die Entwicklung des MA pessimistischer als die Lage: Immerhin 17% der Teilnehmer erwarten eine günstige  Entwicklung, nur 7% eine ungünstige Entwicklung und 76% eine gleichbleibende Entwicklung,  für 35% mit leicht positiver und für 41% mit leicht negativer Tendenz.  

Die kumulierte Auswertung der offenen Antworten für die Problemfelder 2019 ergab folgendes Resultat:

Knapp die Hälfte der Nennungen (49 %) befasst sich mit Themen der Nutzenbewertung (AMNOG/Methodenbewertung), wobei Neuerungen zur Dossiervorlage, zu ATMP, zu Orphan Drugs und anwendungsbegleitenden Datenerhebungen im Vordergrund stehen. Die genannten Problemfelder sprechen individuelle oder methodische Fragestellungen der Nutzenbewertung an, die Durchführung von Nutzenbewertungen an sich wird kaum noch kritisiert.

Knapp ein Drittel der Nennungen( 31 %) befasst sich mit dem Thema Gesetze/Verordnungen/Regulierungen. Insgesamt wird die Gesetzes- und Verordnungsflut beklagt, insbesondere weil es inkonsistente Regulierungen auf nationaler versus regionaler Ebene gibt. Die hohe Regulierungsdichte führt zur Planungsunsicherheit und wird als mangelnde Verbindlichkeit der Beschlüsse des G-BA oder Inkompetenz der politischen Entscheider wahrgenommen.

13 % der Nennungen thematisieren die Unzufriedenheit der Teilnehmer mit Pricingproblemen, wobei unklare Preisverhandlungen, Referenzpreisproblematik, Mischpreisproblematik, Rabattverträge und das Pricing für Innovationen speziell genannt werden.

Unser Dank gilt allen, die sich 2019 die Zeit genommen haben, um an der Umfrage zum Market Access Klima teilzunehmen. Die Umfrage wird auch 2020 im Mai/Juni und November/Dezember weitergeführt.

Dr. Maike Bestehorn,

maike.bestehorn@promedcon.biz, Tel: 08178/95495